Deutsche Märchen & Sagen
zum Lesen und Vorlesen

Der Gaudieb und sein Meister

von Brüder Grimm

~4 Min

Jan wollte seinen Sohn ein Handw­erk lehren lassen; da ging Jan in die Kirche und betete zu unserem Her­rgott, was ihm wohl zuträglich wäre. Da ste­ht der Küster hin­ter dem Altar und sagt: Das Gaudieben, das Gaudieben.“ Da geht Jan wieder zu seinem Sohn, er müsste das Gaudieben ler­nen, das hätte ihm unser Her­rgott gesagt. Geht er mit seinem Sohn und sucht sich einen Mann, der das Gaudieben kann. Da gehen sie dann eine ganze Zeit und kom­men in einen grossen Wald, da ste­ht so ein kleines Häuschen mit so ein­er alten Frau darin. Sagt Jan zu ihr: Wisst Ihr nicht einen Mann, der das Gaudieben kann?“ – Das kön­nt ihr hier wohl ler­nen,“ sagt die Frau, mein Sohn ist ein Meis­ter darin.“ Da spricht er mit dem Sohn, ob er auch richtig gaudieben könne. Der Gaudieb­smeis­ter sagt: Ich will’s Euren Sohn schon richtig lehren. Kommt nur übers Jahr wieder, wenn Ihr dann Euren Sohn noch ken­nt, dann will ich gar kein Lehrgeld haben, und ken­nt Ihr ihn nicht, dann müsst Ihr mir zwei­hun­dert Taler geben.“