Deutsche Märchen & Sagen
zum Lesen und Vorlesen

Das graue Männchen

von Johann Wilhelm Wolf

~9 Min

Es war ein­mal ein reich­er Bauer. Weil er aber schon alt war und kein Kind hat­te, ward er trau­rig und dachte: Ich weiß doch nicht, für wen ich eigentlich schaffe.“ Er ließ nun die Sachen gehen wie sie woll­ten und bald war mehr als die Hälfte seines Ver­mö­gens fort. Auf einen Tag lud er Holz im Walde ab, da kam ein klein grau Männlein und fragte ihn, warum er so trau­rig sei? Als er nun erzählte, wie es jeden Tag rück­wärts mit ihm gehe und ein Ack­er um den andern an den Juden komme, da sagte das Männlein, er, der Bauer, habe Etwas im Hause, wenn er ihm das zu eigen gebe, so wolle er ihn wieder so reich machen, als er gewe­sen und noch ein­mal so reich dazu. Der Bauer sagte mit Freuden ja, da verkündigte ihm das graue Män­nchen, seine Frau gehe mit einem Kinde, das sei nun ihm ver­fall­en und er müsse es ihm hier auf den Fleck brin­gen, sobald es das zwölfte Jahr erre­icht hätte. Bis dahin solle er dem Kinde in Allem den Willen tun und ihm nichts befehlen.