Muttergottesgläschen

von Brüder Grimm

~3 Min

Es hat­te ein­mal ein Fuhrmann seinen Kar­ren, der mit Wein schw­er beladen war, fest­ge­fahren, so dass er ihn trotz aller Mühe nicht wieder los­brin­gen kon­nte. Nun kam ger­ade die Mut­ter Gottes des Weges daher, und als sie die Not des armen Mannes sah, sprach sie zu ihm ich bin müd und durstig, gib mir ein Glas Wein, und ich will dir deinen Wagen frei machen.‘ Gerne,‘ antwortete der Fuhrmann, aber ich habe kein Glas, worin ich dir den Wein geben kön­nte.‘ Da brach die Mut­ter Gottes ein weiss­es Blüm­chen mit roten Streifen ab, das Feld­winde heisst und einem Glase sehr ähn­lich sieht, und reichte es dem Fuhrmann. Er füllte es mit Wein, und die Mut­ter Gottes trank ihn, und in dem Augen­blick ward der Wagen frei und der Fuhrmann kon­nte weit­er­fahren. Das Blüm­chen heisst noch immer Muttergottesgläschen.