Hans ohne Furcht

von Johann Wilhelm Wolf

~16 Min

Ein armer Schus­ter hat­te einen Sohn, der hieß Hans und war der wildeste und uner­schrock­en­ste Bube im ganzen Dorf. Sein Vater tat ihn zum Pfar­rer, um ihn ein wenig zäh­men zu lassen, aber der Pfar­rer richtete nicht viel mit ihm aus. Als gute Worte und Ermah­nun­gen nichts halfen, sprach endlich der Pfar­rer zum Glöck­n­er: Zahm muss er wer­den und sollt er das Leben dabei ein­büßen. Nimm ihn den Abend, wenn zu Nacht geläutet wird, mit in die Kirche und schließe ihn ein. Die Geis­ter, welche da web­bern, wer­den ihm schon die Nägel kürz­er schnei­den.“ Der Glöck­n­er nahm den Hans am Abend mit und schick­te ihn nach dem Läuten auf den Boden, um dort etwas zu holen; unter­dessen schlich er sich schnell her­aus und schloss die Kirchen­türe hin­ter sich zu. Als Hans wieder herunter kam und sah, dass der Glöck­n­er fort war, sprach er: Der meint wohl, ich fürchte mich; aber hier schläft sich’s so gut, wie ander­swo“, und er legte sich auf eine Bank und schlief ein. Als es zwölf Uhr schlug hörte er plöt­zlich ein Geräusch, als ob gekegelt würde. Er schaute sich um, da standen drei schwarze Män­ner drun­ten in der Kirche und war­fen mit Totenköpfen nach neun Knochen, welche oben aufgestellt waren, aber sie trafen immer ins Blaue. Ihr seid mir schöne Burschen!“ rief Hans. Her den Klotz und lasst mich mal wer­fen.“ Da warf er und traf alle neun. Jet­zt werfe mir ein­er nach, ich set­ze auf“, sprach er, aber die Män­ner trafen nicht einen Kegel und Hans gewann sich einen neuen Kreuzer von ihnen. Um ein Uhr rafften sie schnell ihr Spiel zusam­men und schlupften unter einen Stein.

Mor­gens weck­te der Pfar­rer den Glöck­n­er schon sehr früh und sprach: Geh und sieh, dass du die Leiche des Hans aus der Kirche schaffst, denn er ist gewiss umgekom­men; lass sie nur auf dem Kirch­hof liegen, die Geis­ter haben ihn ja da so gut wie in der Kirche umbrin­gen kön­nen.“ Der Glöck­n­er ging in die Kirche, aber da schnar­chte der Hans auf sein­er Bank, dass es eine Art hat­te, und als der Glöck­n­er ihn weck­te, rief er sogle­ich, indem er seinen neuen Kreuzer zeigte: Da guck, den hab ich nur von Zwölf bis Eins gewon­nen. Hast du Lust mitzus­pie­len, dann bleibe die Nacht hier.“ Da soll mich der liebe Him­mel vor bewahren!“ sprach der Glöck­n­er und ging seines Weges, um es dem Pfar­rer zu sagen. Lass ihn nur gehen, er ist noch nicht zu Ende mit den Geis­tern“, sprach dieser.

Am fol­gen­den Abend als der Glöck­n­er läuten wollte, stand Hans schon an der Kirchtür; er ging hinein, ließ den Glöck­n­er zuschließen und legte sich auf seine Bank. Gegen zwölf Uhr erwachte er wieder und sah sechs schwarze Män­ner, die mit zwei Totenköpfen nach Knochenkegeln war­fen, aber so wenig trafen, wie die drei in der vorigen Nacht. Hans sprang auf und rief: Weg da, lasst mich wer­fen, ihr lernt es ja in alle Ewigkeit nicht“, warf und traf alle neun. Nun ver­sucht es noch ein­mal, ich will auf­set­zen“ sprach er und set­zte auf bis ein Uhr, da rafften die Män­ner ihre Kegel zusam­men und gin­gen. Nun, wo ist mein Geld?“ fragte Hans. Aber geht nur, ich will’s gut behal­ten bis mor­gen.“ Die Män­ner ver­schwan­den wieder unter dem Stein und Hans legte sich und schlief weit­er bis an den hellen Mor­gen. Da kam der Glöck­n­er, welchen der Pfar­rer geschickt hat­te um nach dem Hans zu sehen und Hans rief ihm ent­ge­gen: Denk dir, ich kegele bess­er, als die sechs Ker­le, welche die Nacht hier waren; heute sind sie mir mein Geld schuldig geblieben, aber die kom­mende Nacht müssen sie es mir auszahlen, ich lasse sie nicht eher fort. Bleib doch mit hier, es ist gar zu schön und mager sind die Burschen, dass ihnen der Mond durch den Leib scheint, es ist als hät­ten sie kein Fleisch an ihren Knochen.“ Da über­lief es den Glöck­n­er heiß und kalt. Um Alles in der Welt bleibe ich nicht da“, sprach er und lief zum Pfar­rer zurück, dem er Alles meldete. Lass ihn gehen“, sprach der Pfar­rer, er bekommt doch seinen Lohn für solche Verwegenheit.“

In der drit­ten Nacht lag Hans wieder auf sein­er Bank, da rap­pelte es und er sah neun Män­ner, welche mit drei Kugeln nach den Totenkegeln war­fen. Potz Wet­ter, das ist ja nicht anzuse­hen!“ schrie er, als sie nie trafen; her den Klotz.“ Da schmiss er die Kugel, dass sie in Stücke brach und alle neun Kegel sanken. So wirft man und nun tut es mir nach!“ rief er, ich will der­weil auf­set­zen.“ Also ging das Spiel fort bis es ein Uhr schlug, da rafften die Män­ner Alles zusam­men und gin­gen. Heut schenke ich euch mein sauer ver­di­entes Geld nicht“, sprach Hans, und fasste den let­zten am Man­tel, als er eben unter den Stein schlupfen wollte, aber da wich der Stein und Hans fiel in ein großes Gewölbe, die Män­ner waren aber weg. Ei ihr Lumpen“ rief er, da klopfte ihm jemand auf die Schul­ter, und als er sich umschaute, stand ein weißer Mann hin­ter ihm, der war ganz mit Schlüs­seln behängt. Ich sehe dir an, du gehörst nicht zu den schlecht­en Burschen, die mich um mein Geld bet­ro­gen haben“, sprach Hans, aber was willst du denn?“ Dich reich machen auf Leben­szeit“, sprach der Mann. Dreh dich ein­mal um und schau vor dich hin. Da liegen drei Haufen Gold, wie du siehst. Der eine Haufen ist dein, der andere dem Glöck­n­er und der dritte dem Pfar­rer, dass er ihn für die Kirche ver­wende und an die Armen austeile.“ Als er das gesagt hat­te, war der Mann ver­schwun­den; Hans aber freute sich, dass er nicht umson­st die Kegel aufge­set­zt habe.

Als der Glöck­n­er am fol­gen­den Mor­gen in die Kirche kam, rief Hans ihm ent­ge­gen: Du bring mal einen Sack, ich habe ein Mal­ter Geld für dich.“ Da haben wir’s, der Bub ist när­risch gewor­den“, sagte der Glöck­n­er und lief fort. Dem Hans dauerte es zu lange, bis er wiederkehrte, er ging darum nach Hause und holte sich sel­ber drei Säcke, füllte das Geld hinein und trug den einen in des Glöck­n­ers Haus. Da warf er ihn auf den Tisch, dass die Stem­pel brachen, Tisch und Sack auf die Erde fie­len und die blanken Taler in der Stube herum­roll­ten, und schalt: Muss ich euch faulem Volk den Dreck auch noch ins Haus tra­gen? Warum kon­ntet ihr ihn nicht sel­ber holen?“ Eben­so machte er es beim Pfar­rer, nahm dann seinen Sack auf den Rück­en und marschierte in die Welt hinaus.

Als er bei der Haupt­stadt anlangte und die Schildwache am Tore sah, gefiel sie ihm so gut, dass er sprach: Du gib mir den Blanken von dein­er Seite und das Knalleisen von dein­er Schul­ter, ich gebe dir meinen Sack Geld dafür.“ Das täte ich gern“, erwiderte der Sol­dat, aber ich darf nicht, gehe zum Haupt­mann, der tut’s wohl.“ Hans ging zum Haupt­mann und sprach: Gib mir auch so einen Blanken und ein Knalleisen, wie die andern Sol­dat­en haben, ich gebe dir meinen Sack Geld dafür.“ Das täte ich gern, mein Sohn, aber ich darf es nicht“, sagte der Haupt­mann; gehe zum König, der tut es gern.“ Da ging Hans zum König und sprach: Gib mir auch so einen Blanken und ein Knalleisen, wie deine Sol­dat­en haben, ich gebe dir meinen Sack voll Geld dafür.“ Das soll geschehen, mein Sohn“, sagte der König, in dessen Schatzkam­mer ger­ade viel Platz für Geld­säcke war, und ließ den Hans sogle­ich in eine Uni­form steck­en und ihm Gewehr und Säbel geben. Das war eine Freude für den Hans; er lief sogle­ich fort und auf den Platz, wo die Sol­dat­en exerzierten. Da sollte er sich als Rekrut einüben lassen, aber er sprach: Das ver­ste­he ich Alles schon. Hab ich doch bess­er gekegelt, als drei Mann und sechs Mann und neun Mann und soll nicht ein­mal mit dem Ding umzuge­hen wis­sen.“ Da stellte ihn der Haupt­mann mit den alten Sol­dat­en, die schon drei und vier Jahre gedi­ent hat­ten, in Reih und Glied. Als er sah, dass sie alle das Gewehr bei Fuß hat­ten, schrie er sogle­ich: Ei ihr faulen Lüm­mel, wollt ihr gle­ich das Gewehr auf die Schul­ter nehmen!“ Gemach“, sprach der Haupt­mann, das kommt sogle­ich. Schul­tert das Gewehr!“ Da schul­terten sie alle, aber der Hans warf sein Gewehr auf die Schul­ter. Hans, du machst es nicht recht, das kommt sogle­ich“, sprach der Haupt­mann. Achtung! Gewehr über!“ Da warf Hans sein Gewehr über die Schul­ter hin­aus, dass es seinen Hin­ter­män­nern ihre Sza­kos mit­nahm und noch mehr als fün­fzig Schritte weit flog. Ei Hans, was machst du?“ fragte der Haupt­mann. Ich mache was recht ist und die andern sind alle faule Ker­le und Esel, die nichts vom Dienst ver­ste­hen“, antwortete Hans. Auf diese Weise trieb er es fort und zwar so bunt, dass der Haupt­mann endlich seinen Rap­port an den König machte und schrieb, er könne es länger nicht mit Hans aushalten.

Der König steck­te ihn in ein anderes Reg­i­ment, aber da ging es noch schlim­mer. Als er zum ersten Mal exerzieren sollte und der Major ihm einen Ver­weis gab, rief er: Du ver­stehst nichts davon, Alter, komm gib nur mal dein Pferd und deinen Blanken und lass mich mal schreien, ich kann das bess­er“, warf Gewehr und Säbel fort und ging auf den Major zu. Der rief: Hans bleib mir vom Leibe, oder ich steche dich tot.“ So weit sind wir noch nicht“ sprach Hans, riss ihn vom Pferde, ehe er sich’s ver­sah, nahm ihm den Degen, zog seinen Majorsrock an und sprang auf das Pferd. So ritt er die Front ent­lang und schrie immer­fort: Schul­tert das Gewehr! Präsen­tiert das Gewehr! Marsch! Batail­lon rechts, links schwenkt Marsch!“ so dass die Sol­dat­en nicht fol­gen kon­nten und Alles durcheinan­der geri­et. Da wollte Hans sich tot­lachen und rief: So recht, ihr Kinder, das ist schön, nun geht nach Hause, ihr exerziert mor­gen wieder und heut bekommt ihr dop­pelte Löh­nung.“ Da lacht­en die Sol­dat­en mit, denn sie gön­nten das dem Major, weil er so hart und streng gegen sie war.

Als der König sah, dass mit Hans nichts anz­u­fan­gen sei, dachte er darauf, wie er ihn wieder los wer­den könne. In der Nähe der Haupt­stadt lag im Walde ein Schloss, darin wagte Nie­mand zu über­nacht­en, weil es immer da spuk­te. Der König ließ den Hans kom­men und sprach: Hans, wenn du das Schloss erlös­est, gebe ich dir meine Tochter zur Frau.“ Er dachte aber, Hans werde da umkom­men. Hans sprach: Gib mir das schriftlich, dann will ich es tun.“ Der König gab ihm die Ver­schrei­bung. So, nun muss ich noch Tabak und einen Blanken haben“, sagte Hans und als er das bekom­men hat­te, machte er sich auf den Weg und zün­dete sich, da es gegen Abend ging und kalt war, in einem Zim­mer Feuer in dem Kamin an. Gegen zwölf Uhr sprang die Tür des Zim­mers auf und zwölf Män­ner trat­en here­in, set­zten sich an den Tisch und spiel­ten Karten. Hans stellte sich zu ihnen und sprach: Es ist schade dass ich kein Geld habe, ihr Brüder, son­st spielte ich mit euch, aber mor­gen muss mir der König welch­es geben.“ Die Män­ner gaben ihm keine Antwort und spiel­ten weit­er. Da merk­te Hans, dass ein­er von ihnen fautelte, er schlug ihn hin­ters Ohr und rief: Ei Spitzbub, ich will dir lehren, deine Kam­er­aden zu betrü­gen.“ Da schlug es Eins und die Män­ner waren verschwunden.

Am andern Mor­gen schick­te der König einen Sol­dat­en in das Schloß, um nachzusehn, ob Hans noch lebe. Als Hans ihn erblick­te, rief er: Du sage dem König, ich müsse Geld haben, denn um nichts und wieder nichts kann ich nicht spie­len.“ Der König sandte ihm Geld und befahl dem Sol­dat­en, die Nacht gle­ich­falls im Schloß zu bleiben. Aber der schüt­telte doch beden­klich den Kopf und dachte bei sich: wie soll das ablaufen! Jet­zt war Hans oben drauf. Abends sprach er zu dem Sol­dat­en: Mach du jet­zt Feuer an, es wird kalt, ich will der­weilen Holz holen.“ Er ging und war bald wieder da, aber da lag der Sol­dat und war steiftot. Hans glaubte er sei vor Kälte umge­fall­en und schleppte ihn näher zum Feuer, sprach: Da wärme dich, Alter, dann kommst du bald zu dir“, stopfte sich ein Pfeifchen und rauchte. Als die zwölf Män­ner wieder kamen rief er ihnen schon ent­ge­gen: Hier ist Geld, jet­zt kön­nen wir spie­len ihr Brüder!“ Sie antworteten nichts, set­zten sich hin und spiel­ten, gaben ihm aber keine Karten. Hans ließ sich das eine Zeit­lang gefall­en, dann aber kochte es in ihm, er nahm ein bren­nen­des Scheit aus dem Feuer und schlug unter sie, indem er schrie: Ei euch groben Ker­le soll der Him­mel­sap­per­lot­er holen, was ist das für eine Art.“ Er schlug aber in leere Luft hinein, denn eben brummte die Uhr Eins und die Män­ner waren weg.

Als der König am fol­gen­den Mor­gen ver­nahm, dass das Schloss schon ein wenig heller sei, als ob’s erlöst wer­den sollte, und dass Hans noch immer lebe, wurde ihm angst und bange, denn er dachte: Hat er zwei Nächte dort zuge­bracht, dann kann er es auch die dritte Nacht aushal­ten.“ Hans dage­gen war gutes Mutes, denn er freute sich nicht wenig, so wohlfeilen Kaufs eine Prinzessin zur Frau zu bekom­men und Prinz zu wer­den. Er sprang und tanzte den ganzen Tag im Schloss herum Trepp auf, Trepp ab und es war Abend, ehe er es dachte. Um zwölf Uhr kamen die zwölf schwarzen Män­ner wieder und dies­mal war noch ein dreizehn­ter weißer bei ihnen, der wink­te dem Hans, er solle mit ihm gehen. Ja wohl, ich komme schon, aber die Zwölf müssen mit dir voran gehen“ sagte Hans und es geschah. Also gin­gen sie durch viele Gänge, bis sie an eine Tür kamen, die mit vie­len Schlössern ver­schlossen war. Der Weiße rührte die Schlöss­er an, da sprangen sie auf, die Tür öffnete sich und da war es ein großes Zim­mer, ohne Fen­ster, darin standen ring­sum Fäss­er mit Gold. Die ersten Fäss­er sind für dich“, sprach der Geist, die dort für den König und die andern für die Sol­dat­en, und jet­zt danken wir dir alle schön­stens, denn du hast uns erlöst.“ Das ist gern geschehen“, sagte Hans und ging in seine Kam­mer zurück, denn die Geis­ter waren ver­schwun­den. Da legte er sich auf ein Ohr und schlief, wie ein Prinz.

Am fol­gen­den Tage lief er in aller Frühe zum König, der noch in seinem Bette lag und rief: Du, gib mir meine Frau, ich habe eine ganze Rei­he Fäss­er voll Geld für dich.“ Der König seufzte, stand auf und ging mit Hans, aber da war er doch froh, als er das viele Geld sah und auch merk­te, dass der Hans nun einen eben so großen Reich­tum besaß wie er selb­st. Er sprach: Gehe mit, Hans, ich führe dich zu der Prinzessin und mor­gen soll die Hochzeit sein.“ So weit war alles gut, als sie aber zu der Prinzessin kamen und sie hörte, was im Spiele sei, da wurde sie blitzböse und sprach, sie möge keinen Bauern­lüm­mel zum Manne. Das ist mir eins und das­selbe“ sagte Hans, ich will dich aber zur Frau und mor­gen wirst du mich nehmen, da sind weit­er keine Sprünge mehr zu machen.“ Und er ließ sie allein und ging wieder in das erlöste Schloss.

Der König war wie zer­schla­gen, als er seine einzige Tochter so trost­los sah. Da trat­en seine Räte zu ihm und sprachen: Eine Stunde von hier liegt die Müh­le, wo der Teufel mit der sieben und sieben­zig Ellen lan­gen Nase umge­ht. Dahin schick­et den Hans und er solle auch die Müh­le noch erlösen. Seid ver­sichert er kommt nicht zurück.“ Der König ließ den Hans sogle­ich rufen und sprach: Vor dein­er Hochzeit kön­ntest du mir noch den Gefall­en tun, die Müh­le draus vor der Stadt zu erlösen.“ Ei her­zlich gern“, sagte Hans und ging gegen Abend hin. Da war in der Müh­le nichts zu sehn, als ein alter Schraub­stock, ein paar Stüh­le und ein alter Ofen. Hans legte Feuer ein, zün­dete seine Pfeife an und set­zte sich gemütlich hin. Plöt­zlich fuhr die Tür auf und da huschte ein langes spitzes Ding here­in, das wollte kein Ende nehmen, und legte sich wie ein Seil im Zim­mer an den Wän­den herum. Endlich sprang ein Teufel here­in, dem war das lange Ding überm Maul fest gewach­sen und da merk­te Hans dass es seine Nase war. Bruder­herz dich möchte ich niesen hören“ sagte Hans, aber der Teufel brummte: Du sollst nicht mehr niesen, denn ich breche dir das Genick.“ Den Fre­und­schafts­di­enst kannst du dir ers­paren“, sagte Hans, wenn dir dein eigen Genick lieb ist. Aber höre ein­mal, du bist so flink mit dein­er Nase, kannst sie schlin­gen und drehen, ob du sie aber so schnell durch den Schraub­stock ziehst, dass ich sie nicht fes­tk­lem­men kann, das ste­ht doch dahin.“ Das wäre auch eine Kun­st“ lachte der Teufel und machte so ein paar Mal mit dem Kopf, da fuhr die Nase wie ein Blitz in der Stube umher, bald oben und bald unten. Ja du hast recht, aber es käme doch auf den Ver­such an“, meinte Hans. Gelingt es mir so bin ich frei, wo nicht, so bin ich ohne Widerrede dein.“ Wie du willst“, sprach der Teufel und schlingerte die Nase durch den Schraub­stock. Hans drehte wohl, ließ ihn aber dies­mal durch­schlupfen. Siehst du nun?“ lachte der Teufel und Hans machte ein recht betrübtes Gesicht. Pass auf jet­zt geht’s zum zweit­en Mal los!“ sprach der Teufel und Hans ließ ihn noch ein­mal durch und schnitt ein noch viel gräm­licheres Gesicht. Und jet­zt zum drit­ten Mal!“ rief der Teufel; aber dies­mal gelang es ihm nicht mehr, Hans war flink­er als er und der Teufel kreis­chte, dass man es in der Stadt hörte. Nun bleib du ruhig hier“, sprach Hans, aber da gab ihm der Teufel so lange gute Worte und ver­sprach ihm alles Mögliche, bis Hans ihn losließ.

Jet­zt half der Prinzessin nichts in der Welt mehr, sie musste den Hans nehmen. Nach und nach gewöh­nte sie sich an ihn und gewann ihn seines guten Herzens wegen noch sehr lieb.

Eines Tages ging Hans mit der Prinzessin im Walde spazieren, da saß der Teufel mit der lan­gen Nase auf einem Baume und griff mit seinen Klauen nach dem Haarputz der Prinzessin. Ei willst du wieder in den Schraub­stock?“ rief Hans, da kreis­chte er: Nein, nein!“ und ließ sich nie wieder sehn.