Die Hand mit dem Messer

von Brüder Grimm

~3 Min

Es war ein kleines Mäd­chen, das hat­te drei Brüder, die gal­ten bei der Mut­ter alles, und es wurde über­all zurück­ge­set­zt, hart ange­fahren und musste tagtäglich mor­gens früh aus­ge­hen, Torf zu graben auf dür­rem Hei­de­grund, den sie zum Kochen und Bren­nen braucht­en. Noch dazu bekam es ein altes und stumpfes Gerät, wom­it es die sauere Arbeit ver­richt­en sollte.

Aber das kleine Mäd­chen hat­te einen Lieb­haber, der war ein Elfe und wohnte nahe an ihrer Mut­ter Haus in einem Hügel, und sooft es nun an dem Hügel vor­beikam, so streck­te er seine Hand aus dem Fels und hielt darin ein sehr schar­fes Mess­er, das von son­der­lich­er Kraft war und alles durch­schnitt. Mit diesem Mess­er schnitt sie den Torf bald her­aus, ging vergnügt mit der nöti­gen Ladung heim, und wenn sie am Felsen vor­beikam, klopfte sie zweimal dran, so reichte die Hand her­aus und nahm das Mess­er in Empfang.

Als aber die Mut­ter merk­te, wie geschwind und leicht sie immer den Torf heim­brachte, erzählte sie den Brüdern, es müsste ihr gewiss jemand anders dabei helfen, son­st wäre es nicht möglich. Da schlichen ihr die Brüder nach und sahen, wie sie das Zauber­mess­er bekam, holten sie ein und drangen es ihr mit Gewalt ab. Darauf kehrten sie zurück, schlu­gen an den Felsen, als sie gewohnt war zu tun, und wie der gute Elf die Hand her­ausstreck­te, schnit­ten sie sie ihm ab mit seinem sel­beige­nen Mess­er. Der blu­tende Arm zog sich zurück, und weil der Elf glaubte, seine Geliebte hätte es aus Ver­rat getan, so wurde er seit­dem nim­mer­mehr gesehen.