Die Geschichte Almansors

von Wilhelm Hauff

~14 Min

Auf einem algerischen Kaper­schiff gab es einen jun­gen Mann, der nicht für das Sklaven­kleid geboren schien, das man ihm angelegt hat­te. Er hieß Alman­sor. Seine Kind­heit ver­lebte er vergnügt und froh im Hause seinen Vaters, umgeben von Glanz und aller Bequem­lichkeit der Erde.

Alman­sor wurde nicht weich­lich erzo­gen, denn man sorgte sich schon frühzeit­ig um seinen Geist und seine Aus­bil­dung. Sein Vater war selb­st ein weis­er Mann, der ihm die Lehren der Tugend ver­mit­telte. Überdies hat­te Alman­sor einen berühmten Gelehrten zum Lehrer, der ihn in allem unter­richtete, was ein junger Men­sch so wis­sen muss. Der Junge mag etwa zehn Jahre alt gewe­sen sein, als die Franken über das Meer kamen und Krieg mit dem ägyp­tis­chen Volke führten.

Der Vater von Alman­sor hat­te wohl das Mis­strauen der Franken erregt, denn eines Tages kamen sie und ver­langten zuerst seine Frau als Geisel. Als er sie nicht hergeben wollte, schleppten sie seinen Sohn gewalt­sam in das fränkische Lager. Dort ging es ihm jedoch ganz gut, denn ein fränkisch­er Feld­herr hat­te Freude an seinen klu­gen Antworten. Der Feld­herr sorgte dafür, dass es ihm an Speise und Klei­dung nicht man­gelte, aber die Sehn­sucht nach Vater und Mut­ter machte den Knaben sehr unglücklich.

Da wurde das Lager plöt­zlich abge­brochen, und Alman­sor glaubte jet­zt wieder heimkehren zu dür­fen. Er hat­te sich geir­rt. Das Heer zog hin und her, führte Krieg mit den Mameluck­en, und immer schleppten sie den jun­gen Alman­sor mit sich. Wenn er dann die Hauptleute oder die Feld­her­ren anfle­hte, ihn doch heimkehren zu lassen, so ver­weigerten sie es. Sie sagten, er sei ein Unterp­fand für die Treue des Vaters. So war er viele Tage lang mit auf dem Marsch.

Auf ein­mal ent­stand eine Bewe­gung im Heere, die dem Knaben nicht ent­ging. Man sprach vom Ein­pack­en, Zurückziehen und vom Ein­schif­f­en. Alman­sor war außer sich vor Freude. Wenn die Franken jet­zt in ihr Land zurück­kehrten, mussten sie ihn ja freilassen.

Das Heer zog mit Ross und Wagen zur Küste, und endlich war man so weit, dass man die Schiffe vor Anker liegen sah. Aber es wurde Nacht und man entschloss sich, am Ufer zu ruhen. Alman­sor ver­fiel in einen tiefen Schlaf, denn als er aufwachte, war es schon heller Tag. Er lag in ein­er kleinen Kam­mer, die er nicht kan­nte. Er sprang von seinem Lager auf und fiel gle­ich auf die Knie, denn der Boden schwank­te heftig hin und her. Da raffte sich der Knabe auf und hielt sich an den Wän­den fest, um aus dem Gemach zu kommen.

Endlich erre­ichte er eine kleine Treppe. Mit Mühe klet­terte er hin­auf, doch was für ein Schreck­en! Ring­sumher war nichts als Him­mel und Meer. Er war auf einem Schiff. Da fing er kläglich an zu weinen und wollte sich schon ins Meer stürzen, um an Land zu schwim­men. Aber die Franken hiel­ten ihn fest und ver­sprachen, er würde bald wieder in seine Heimat zurückkehren.

Die Franken brachen ihr Wort; denn das Schiff segelte viele Tage lang weit­er. Und als es endlich lan­dete, war man nicht mehr an Ägyptens Küste, son­dern in Frankistan! Immer­hin hat­te Alman­sor während der lan­gen Fahrt schon etwas von der frem­den Sprache gel­ernt, was ihm jet­zt zus­tat­ten kam. Er wurde viele Tage lang durch das Land geführt. Über­all strömte das Volk zusam­men, um ihn zu sehen. Seine Begleit­er gaben vor, er wäre der Sohn des ägyp­tis­chen Königs. Das sagten sie aber nur, um vorzutäuschen, dass Ägypten besiegt wor­den sei. Dann kamen sie in eine große Stadt, wo der Knabe einem Arzt übergeben wurde. Der nahm ihn in sein Haus und unter­wies ihn in allen Sit­ten und Gebräuchen von Frankistan.

Alman­sor musste fränkische Klei­der anle­gen, die sehr eng und knapp waren und bei weit­em nicht so schön wie seine ägyp­tis­chen. Auch durfte er nicht mehr seine Ver­beu­gung mit gekreuzten Armen machen, son­dern musste mit der Hand seine unge­heure Filzmütze vom Kopfe reißen und mit dem recht­en Fuß auskratzen. Er durfte auch nicht mehr mit übergeschla­ge­nen Beinen sitzen, wie es im Mor­gen­land so Sitte ist. Dafür musste er sich auf hochbeinige Stüh­le set­zen und die Füße auf den Boden her­ab­hän­gen lassen. Schließlich machte ihm das Essen wenig Freude. Alles, was er zum Munde brin­gen wollte, musste er auf eine Eisen­ga­bel steck­en. Alman­sor hätte vielle­icht seine Sprache ver­lernt, wenn da nicht ein Mann in jen­er Stadt gelebt hätte, der dem Knaben von großem Nutzen war.

Dieser gelehrte Mann ver­stand viele mor­gen­ländis­che Sprachen, wie Ara­bisch, Per­sisch, Kop­tisch und Chi­ne­sisch. Man gab ihm viel Geld, dass er diese Sprachen anderen Leuten beibrachte. Der Mann ließ nun den jun­gen Alman­sor jede Woche einige Male zu sich kom­men und bewirtete ihn gut. Er hat­te vornehme Klei­der für den Knaben machen lassen, wie man sie aus Ägypten kan­nte. Diese Klei­der bewahrte er in einem beson­deren Zim­mer auf. Wenn Alman­sor nun kam, wurde er mit einem Bedi­en­steten in jenes Zim­mer geschickt und musste sich nach sein­er Lan­dessitte anklei­den. Von da ging es dann nach Kleinara­bi­en”. Das war ein großer Saal im Hause des Gelehrten.

Dieser Saal war mit aller­lei Bäu­men geschmückt, die son­st nur im Mor­gen­lande wach­sen. Per­sis­che Tep­piche lagen auf dem Fuß­bo­den, und an den Wän­den waren Pol­ster. Auf einem dieser Pol­ster saß der alte Gelehrte. Er sah nun ganz anders aus. Er hat­te sich einen Tur­ban aufge­set­zt und einen grauen Bart umgeknüpft, der ihm bis zum Gür­tel reichte. Dazu trug er noch einen Talar, weite türkische Bein­klei­der und gelbe Pantof­feln. So friedlich er auch war, an diesen Tagen hat­te er einen türkischen Säbel umgeschnallt, und im Gür­tel steck­te ein Dolch. Dazu rauchte er aus ein­er lan­gen Pfeife und ließ sich von seinen Leuten bedi­enen, die eben­falls wie im Mor­gen­land gek­lei­det waren. Einige hat­ten sich sog­ar Gesicht und Hände schwarz gefärbt.

Das alles musste Alman­sor sehr selt­sam erscheinen, aber er durfte wenig­stens seine Heimat­sprache ver­wen­den. Der Knabe musste beim Ein­treten einen Friedens­gruß sprechen, den der alte Pers­er feier­lich erwiderte. Dann wink­te er dem Jüngling, sich neben ihn zu set­zen, und begann in ver­schiede­nen Sprachen zu sprechen. Das nan­nte er eine gelehrte mor­gen­ländis­che Unter­hal­tung. Neben ihm stand ein Bedi­en­steter, der ein großes Wörter­buch hielt. Wenn dem Alten dann die Worte aus­gin­gen, wink­te er seinem Sklaven, schlug flugs die passenden Seit­en auf und redete weiter.

Alman­sor kon­nte auch sehr schön Per­sisch lesen, und das war der Hauptvorteil für den Alten. Er hat­te viele per­sis­che Manuskripte. Aus diesen ließ er sich vor­lesen, las es aufmerk­sam nach und merk­te sich auf diese Art die richtige Aussprache. Das waren gute Tage, denn nie entließ der alte Gelehrte den Jun­gen unbeschenkt. So lebte Alman­sor einige Jahre in der Haupt­stadt von Frankistan, doch nie wurde seine Sehn­sucht nach der Heimat geringer. Als er fün­fzehn Jahre alt war, ereignete sich aber etwas, das Ein­fluss auf sein Schick­sal nahm. Die Franken wählten einen Feld­her­rn zu ihrem König und Beherrscher.

Eines Tages ging Alman­sor über eine jen­er Brück­en, die den bre­it­en Fluss über­querten. Da sah er einen Mann mit dem ein­fachen Kleid eines Sol­dat­en, der am Brück­en­gelän­der lehnte. Die Züge des Mannes fie­len ihm auf, und er erin­nerte sich, ihn schon gese­hen zu haben. Dieser Mann musste jen­er Feld­herr der Franken sein, mit dem er oft im Lager gesprochen und der immer gütig für ihn gesorgt hat­te. Alman­sor fasste sich ein Herz, trat zu ihm und sprach: Salem aleikum, Petit-Capo­ral!” Der Mann sah sich erstaunt um, blick­te den jun­gen Men­schen mit schar­fen Augen an und rief nach kurz­er Über­legung: Him­mel, ist es möglich! Du hier, Alman­sor? Was macht dein Vater? Wie geht es in Ägypten? Was führt dich zu uns?”

Nun kon­nte Alman­sor sich nicht länger hal­ten. Er fing an, bit­ter­lich zu weinen, und sagte: Wisst ihr denn nicht, was eure Land­sleute mit mir gemacht haben? Ich habe das Land mein­er Väter seit vie­len Jahren nicht mehr gese­hen!” Das Gesicht des Mannes ver­dunkelte sich und er erwiderte: Ich will nicht glauben, dass man dich aus Ägypten wegschleppt hat.” So ist aber”, antwortete Alman­sor. An jen­em Tage, wo eure Sol­dat­en sich ein­schifften, sah ich mein Heimat­land zum let­zten Mal. Sie nah­men mich ein­fach mit. Aber höre, Petit-Capo­ral! Vielle­icht kannst du mir ja helfen.”

Der Mann, lächelte und fragte, auf welche Weise er denn helfen solle. Siehe”, sagte Alman­sor, es wäre unrecht, wollte ich von dir etwas ver­lan­gen. Wie ich sehe, bist du auch nur ein armer Men­sch, obwohl du einst ein Feld­herr warst. Nach deinem Rock und Hut zu urteilen musst du nicht in den besten Umstän­den sein. Aber die Franken haben ja neulich einen Sul­tan gewählt. Ohne Zweifel kennst du einige Leute, die sich ihm näh­ern dürfen.”

Nun ja”, antwortete der Mann, aber wie weit­er?” Beim Sul­tan der Franken kön­ntest du ein gutes Wort für mich ein­le­gen, Petit-Capo­ral. Dann brauche ich noch etwas Geld für die Reise übers Meer. Vor allem aber musst du mir ver­sprechen, wed­er meinem Her­rn noch dem ara­bis­chen Gelehrten etwas davon zu sagen.” Wer ist denn der ara­bis­che Gelehrte?”, fragte der Mann weit­er. Ach, das ist ein son­der­bar­er Kauz. Von dem erzäh­le ich dir ein anderes Mal. Nun sage mir, willst du für mich sprechen?”

Komm mit mir”, sagte der Mann, vielle­icht kann ich dir schon helfen.” Jet­zt?”, rief der Jüngling mit Schreck­en. Um keinen Preis, da würde mich mein Herr, der Dok­tor, prügeln. Ich muss eilen, dass ich nach Hause komme.” Was trägst du denn in deinem Korb?” fragte der Mann und hielt ihn zurück.

Alman­sor errötete und wollte es anfangs nicht zeigen. Dann sagte er: Siehe, Petit-Capo­ral, ich muss hier Dien­ste tun, wie der ger­ing­ste Sklave meines Vaters. Der Dok­tor ist ein geiziger Mann und schickt mich jeden Tag eine Stunde weit auf den Gemüse- und Fis­chmarkt. Da muss ich dann unter den schmutzi­gen Mark­tweibern einkaufen, weil es dort um einige Kupfer­münzen bil­liger ist. Siehe, für diesen schlecht­en Her­ing, für diese Hand voll Salat und für dieses Stückchen But­ter muss ich jeden Tag zwei Stun­den gehen. Ach, wenn mein Vater das wüsste!”

Der Mann war über die Not des Knaben gerührt und antwortete: Komm nur mit mir und sei ohne Sorge. Der Dok­tor soll dir nichts mehr anhab­en dür­fen, auch wenn er heute wed­er Her­ing noch Salat ver­speist! Sei guten Mutes und komm!” Er nahm Alman­sor bei der Hand und führte ihn mit sich. Sie gin­gen durch viele Straßen, und es wollte dem Jüngling wun­der­bar erscheinen, dass alle Leute die Hüte vor ihnen zogen. Alman­sor sagte dies auch zu seinem Begleit­er, der aber lachte nur und sagte nichts.

Sie gelangten endlich zu einem prachtvollen Schloss. Wohnst du hier, Petit-Capo­ral?”, fragte Alman­sor. Ja, hier ist meine Woh­nung”, antwortete der Mann, und ich will dich zu mein­er Gemahlin führen.” Ei, da wohnst du recht schön. Gewiss hat dir der Sul­tan freie Kost und Logis bewil­ligt!” Diese Woh­nung habe ich vom König, du hast wohl Recht”, sagte der Mann und führte ihn in das Schloss. Dort stiegen sie eine bre­ite Treppe hin­auf, und in einem schö­nen Saal musste Alman­sor seinen Korb abset­zen. Dann trat­en sie in ein prachtvolles Gemach, wo eine Frau auf einem Diwan saß. Der Mann sprach mit ihr in ein­er frem­den Sprache, worauf bei­de lachten.

Nun sprach die Frau in fränkisch­er Sprache mit Alman­sor und fragte vieles über Ägypten. Endlich sagte der Petit-Capo­ral zu dem Jüngling: Weißt du, was das Beste ist? Ich will dich gle­ich selb­st zum König führen und bei ihm vor­sprechen.” Alman­sor erschreck­te sich sehr und sprach: Sage mir, muss ich vor dem König nieder­fall­en? Muss ich mit der Stirne den Boden berühren? Was muss ich tun?” Der Mann lachte und ver­sicherte, dies alles sei nicht nötig.

Sieht er schreck­lich und majestätisch aus?”, fragte Alman­sor weit­er, Hat er einen lan­gen Bart? Macht er feurige Augen? Sage, wie sieht er aus?” Sein Begleit­er lachte wieder und sprach: Ich will ihn dir gar nicht beschreiben, Alman­sor. Du sollst selb­st errat­en, wer der König ist. Nur das will ich dir als Kennze­ichen mit­geben: Wenn der König da ist, wer­den alle im Saale die Hüte ehrerbi­etig abnehmen. Der, welch­er den Hut auf dem Kopf behält, der ist der König.”

Jet­zt nahm er ihn bei der Hand und ging mit ihm zum Saal des Königs. Ein Bedi­en­steter öffnete die Türe, und da standen wenig­stens dreißig Män­ner in einem Hal­bkreis, alle prächtig gek­lei­det. Sie waren mit Gold und Ster­nen überdeckt, wie es im Lande der Franken so Sitte ist. Sie hat­ten alle das Haupt ent­blößt, und Alman­sor fing nun an, nach dem­jeni­gen zu suchen, der den Hut auf dem Kopfe behal­ten hat­te. Es war vergebens, denn alle hat­ten den Hut in der Hand. Der König kon­nte also nicht unter ihnen sein. Da fiel sein Blick zufäl­lig auf seinen Begleit­er, und siehe, dieser hat­te den Hut auf dem Kopfe sitzen!

Der Jüngling war tief betrof­fen und sah seinen Begleit­er lange an. Dann nahm er selb­st seinen Hut ab und sagte: Salem aleikum, Petit-Capo­ral! Soviel ich weiß, bin ich nicht der Sul­tan der Franken. Also kommt es mir nicht zu, mein Haupt zu bedeck­en. Nun weiß ich, wer der König ist!” Du hast es errat­en”, antwortete jen­er, und überdies bin ich dein Fre­und. Schreibe dein Unglück nicht mir, son­dern den unglück­lichen Umstän­den zu. Und sei ver­sichert, dass du mit dem ersten Schiff in dein Heimat­land zurück­segeln kannst. Gehe jet­zt wieder hinein zu mein­er Frau, und erzäh­le ihr vom ara­bis­chen Gelehrten und was du son­st noch weißt. Die Heringe und den Salat will ich dem Dok­tor schick­en. Du aber kannst in meinem Palast bleiben.”

Von diesem Tag an lebte Alman­sor glück­lich und in Freuden. Den ara­bis­chen Gelehrten durfte er noch einige Mal besuchen, den Dok­tor sah er aber nicht mehr wieder. Nach eini­gen Wochen ließ ihn der König zu sich rufen und kündigte ihm an, dass ein Schiff vor Anker liege, das nach Ägypten fahre. Alman­sor war außer sich vor Freude. Nur wenige Tage reicht­en hin, um mit Schätzen und Geschenken reich beladen, die Heim­reise anzutreten.

Aber Allah wollte ihn noch länger prüfen und ließ ihn die Küste sein­er Heimat noch nicht sehen. Ein anderes fränkisches Volk, die Englän­der, führten damals Seekrieg mit dem König. Sie nah­men ihm alle Schiffe weg, die sie besiegen kon­nten. So kam es, dass am sech­sten Tage der Reise englis­chen Schiffe auch das Schiff von Alman­sor kaperten. Die ganze Mannschaft wurde auf ein kleineren Segler gebracht, das mit den englis­chen Schif­f­en weit­er­fahren sollte. Da kam ein Sturm auf und trieb die Schiffe auseinander.

Nun ist die See nicht weniger unsich­er als die Wüste, wo Räu­ber die Karawa­nen über­fall­en und alles plün­dern. So geschah es, dass ein algerisches Kaper­schiff den hil­flosen kleinen Segler mit Alman­sor auf­brachte und die ganze Mannschaft in Algi­er auf den Sklaven­markt führte.

Alman­sor kam zwar nicht in so harte Sklaverei wie die Chris­ten, weil er ein recht­gläu­biger Musel­mann war. Seine Hoff­nung, die Heimat und den Vater wiederzuse­hen, war jedoch ver­schwun­den. Er lebte fünf Jahre lang bei einem reichen Manne und musste jeden Tag die Blu­men gießen und den Garten fegen. Da starb der reiche Mann ohne einen Erben. Seine Besitzun­gen wur­den zer­ris­sen, seine Sklaven verkauft und Alman­sor in die Hände eines Sklaven­händlers gegeben. Dieser rüstete ger­ade ein Schiff aus, um seine Sklaven an ein­er anderen Küste teuer zu verkaufen.

Das Schick­sal meinte es gut mit Alman­sor. Er wurde auf dem Markt sein­er Heimat­stadt zum Kauf ange­boten, und sein eigen­er Vater kam vor­bei. Alman­sor traute seinen Augen nicht und rief: Sieh mich an, Vater!” Der Vater schaute auf, und seine Augen sahen ein leib­haftiges Wun­der. Schnell bezahlte er den Preis für seinen Sohn, mochte es auch kosten, was es wollte. Dann gin­gen sie glück­lich heim, wo Alman­sor noch lange von seinen Aben­teuern erzählte.