Die Füchse, der Wolf und der Bär

von Josef Haltrich

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Die Füchse sprachen ein­mal: Es ist am besten, wir hal­ten alle zusam­men, so kön­nen wir uns leicht Nahrung ver­schaf­fen!“ Sie gin­gen nun aus, fie­len über eine Kuh und töteten sie. Aber sie wußten nun nicht recht, wie sie dieselbe teilen soll­ten, daß kein­er mehr, kein­er weniger bekäme. Sie gin­gen zum Wolf und bat­en ihn, er solle ihr Teil­herr sein. Der tat das gerne, gab jedem ein kleines Stück, hieß sie dann nach Hause gehen und den fol­gen­den Tag wiederkom­men; er aber fraß den Rest ganz auf. Als sie am andern Mor­gen kamen, sprach der Wolf, seine Frau sei krank, er könne ihnen nicht nachge­hen, sie soll­ten ein ander­mal kom­men. Als sie am drit­ten Mor­gen erschienen, war er zornig und sprach: Meint ihr denn, ich hätte nichts Wichtigeres zu tun, als euch Teil­herr zu sein; packt euch und kommt mir nicht wieder, son­st will ich anders anfangen!“

Nun liefen die Füchse zum Bären und klagten über den Wolf. Der Bär wurde sehr aufge­bracht über den Wolf und sprach: Kom­met mit, ich will ihn lehren!“ Als sie vor dessen Burg kamen, rief ihn der Bär her­aus und set­zte ihn zur Rede. Da sprach der Wolf: Herr König, wie kön­nt Ihr so gemeinem Volk glauben? Ich habe Klage zu führen; seht, sie kamen über mein Haus und woll­ten mich bestehlen!“ – Ja, ist die Sache so?“ rief der Bär ver­wun­dert, sie haben mich übel berichtet; gle­ich sollen sie es büßen“ und wollte den ersten besten pack­en; aber die Füchse warteten nicht, son­dern nah­men nach allen Seit­en Reißaus. Seit der Zeit suchen sie nicht leicht beim Wolf oder Bären ihr Recht, son­dern sie tra­gen ihre Stre­it­igkeit­en selb­st untere­inan­der aus, wenn auch manch­er von ihnen dabei oft zu kurz kommt.