Der Wolf und die zwei Bauern

von Josef Haltrich

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Der Wolf mußte mit Schaden und Schande von der Woh­nung des Fuch­ses abziehen, aber heimkehren wollte er nicht eher, als bis ihm sein Schmuck, der Zagel, gewach­sen wäre. Nun ging er allein auf Aben­teuer aus, sobald ihn sein unbändi­ger Hunger dazu trieb; das war aber nicht sehr lange, denn von dem Hochzeitss­chmause war ja fast nichts in seinem Bauche geblieben. Das ist wahr“, sprach er bei sich, der schlimme Fuchs hat dir manchen guten Bis­sen ver­schafft, doch was, ich werde mir schon auch ohne ihn helfen, habe ich doch die Schliche und Mit­telchen ihm abgelernt!“

Da sah er zwei Bauern auf einem Wagen, die rührten Säcke in die Müh­le. Ha!“ dachte er, das sind Fis­che, du willst es jet­zt gle­ich so machen wie der Fuchs!“ Er lief auf einem Seit­en­weg dem Wagen voran und legte sich wie tot an die Land­straße. Als der Wagen her­an­fuhr, sahen die Bauern den Wolf, und sie schnall­ten sofort ihre Hosen­riemen fes­ter und sprangen vom Wagen ab. Ein­er aber war ger­ade der­jenige, der vom Fuchs geprellt wor­den, der wink­te dem andern mit den Augen und dem Kopf und zeigte mit den Armen, er solle die Axt nehmen; er selb­st nahm sich eine Wagen­leiste. Sie trat­en leise hinzu: als sie nahe waren, führten sie zuerst einige gelinde Schläge. Denn ist er tot“, dacht­en sie, kön­nen wir den Pelz unversehrt haben.“ Der Wolf ließ anfangs nichts merken und meinte. Die wollen gewiß nur ver­suchen, ob du wirk­lich tot bist!“ Als aber der eine sah, wie der Wolf mit den Augen zwink[er]te und Atem von sich ließ, erhob er die Axt und ver­set­zte ihm einen Schlag auf das Haupt, daß gle­ich das Blut her­vorströmte; jet­zt fühlte der Wolf, das sei kein Spaß, sprang heulend auf und ran­nte wie besessen davon.