Der treue Johannes

von Brüder Grimm

~15 Min

Es war ein­mal ein alter König, der war krank und dachte es wird wohl das Toten­bett sein, auf dem ich liege. Da sprach er: Lasst mir den getreuen Johannes kom­men!“ Der getreue Johannes war sein lieb­ster Diener und hiess so, weil er ihm sein Leben lang so treu gewe­sen war. Als er nun vor das Bett kam, sprach der König zu ihm: Getreuester Johannes, ich füh­le, dass mein Ende her­an­naht, und da habe ich keine andere Sorge als um meinen Sohn. Er ist noch in jun­gen Jahren, wo er sich nicht immer zu rat­en weiss. Und wenn du mir nicht ver­sprichst, ihn zu unter­richt­en in allem, was er wis­sen muss, und sein Pflegevater zu sein, so kann ich meine Augen nicht in Ruhe schliessen.“ Da antwortete der getreue Johannes: Ich will ihn nicht ver­lassen und will ihm mit Treue dienen, wenn’s auch mein Leben kostet.“ Da sagte der alte König: So sterb ich get­rost und in Frieden.“ Und sprach dann weit­er: Nach meinem Tode sollst du ihm das ganze Schloss zeigen, alle Kam­mern, Säle und Gewölbe und alle Schätze, die darin liegen. Aber die let­zte Kam­mer in dem lan­gen Gange sollst du ihm nicht zeigen, worin das Bild der Königstochter vom gold­e­nen Dache ver­bor­gen ste­ht. Wenn er das Bild erblickt, wird er eine heftige Liebe zu ihr empfind­en und wird in Ohn­macht nieder­fall­en und wird ihretwe­gen in grosse Gefahren ger­at­en; davor sollst du ihn hüten.“ Und als der treue Johannes nochmals dem alten König die Hand darauf gegeben hat­te, ward dieser still, legte sein Haupt auf das Kissen und starb.

Als der alte König zu Grabe getra­gen war, da erzählte der treue Johannes dem jun­gen König, was er seinem Vater auf dem Ster­be­lager ver­sprochen hat­te, und sagte: Das will ich gewisslich hal­ten und will dir treu sein, wie ich ihm gewe­sen bin, und sollte es mein Leben kosten.“ Die Trauer ging vorüber. Da sprach der treue Johannes zu ihm: Es ist nun Zeit, dass du dein Erbe siehst, ich will dir dein väter­lich­es Schloss zeigen.“ Da führte er ihn über­all herum, auf und ab, und liess ihn alle die Reichtümer und prächti­gen Kam­mern sehen, nur die eine Kam­mer öffnete er nicht, worin das gefährliche Bild stand. Das Bild war aber so gestellt, dass, wenn die Türe aufging, man ger­ade darauf sah, und war so her­rlich gemacht, dass man meinte, es leibte und lebte und es gäbe nichts Lieblicheres und Schöneres auf der ganzen Welt. Der junge König aber merk­te wohl, dass der getreue Johannes immer an ein­er Tür vorüberg­ing, und sprach: Warum schliess­est du mir diese niemals auf?“ – Es ist etwas darin,“ antwortete er, vor dem du erschrickst.“ Aber der König antwortete: Ich habe das ganze Schloss gese­hen, so will ich auch wis­sen, was darin ist,“ ging und wollte die Türe mit Gewalt öff­nen. Da hielt ihn der getreue Johannes zurück und sagte: Ich habe es deinem Vater vor seinem Tode ver­sprochen, dass du nicht sehen sollst, was in der Kam­mer ste­ht; es kön­nte dir und mir zu grossem Unglück auss­chla­gen.“ – Ach nein,“ antwortete der junge König, wenn ich nicht hineinkomme, so ist’s mein sicheres Verder­ben. Ich würde Tag und Nacht keine Ruhe haben, bis ich’s mit meinen Augen gese­hen hätte. Nun gehe ich nicht von der Stelle, bis du aufgeschlossen hast.“

Da sah der getreue Johannes, dass es nicht mehr zu ändern war, und suchte mit schw­erem Herzen und vielem Seufzen aus dem grossen Bund den Schlüs­sel her­aus. Als er die Tür geöffnet hat­te, trat er zuerst hinein und dachte, er wolle das Bild­nis bedeck­en, dass es der König vor ihm nicht sähe. Aber was half das? Der König stellte sich auf die Fussspitzen und sah ihm über die Schul­ter. Und als er das Bild­nis der Jungfrau erblick­te, das so her­rlich war und von Gold und Edel­steinen glänzte, da fiel er ohn­mächtig zur Erde nieder. Der getreue Johannes hob ihn auf, trug ihn in sein Bett und dachte voll Sor­gen: Das Unglück ist geschehen, Herr Gott, was will daraus wer­den? Dann stärk­te er ihn mit Wein, bis er wieder zu sich selb­st kam. Das erste Wort, das er sprach, war: Ach, wer ist das schöne Bild?“ – Das ist die Königstochter von gold­e­nen Dache,“ antwortete der treue Johannes. Da sprach der König weit­er: Meine Liebe zu ihr ist so gross, wenn alle Blät­ter an den Bäu­men Zun­gen wären, sie könnten’s nicht aus­sagen; mein Leben set­ze ich daran, dass ich sie erlange. Du bist mein getreuester Johannes, du musst mir beistehen.“

Der treue Diener besann sich lange, wie die Sache anz­u­fan­gen wäre, denn es hielt schw­er, nur vor das Angesicht der Königstochter zu kom­men. Endlich hat­te er ein Mit­tel aus­gedacht und sprach zu dem König: Alles, was sie um sich hat, ist von Gold, Tis­che, Stüh­le, Schüs­seln, Bech­er, Näpfe und alles Haus­gerät. In deinem Schatze liegen fünf Ton­nen Goldes, lass eine von den Gold­schmieden des Reich­es ver­ar­beit­en zu aller­hand Gefässen und Gerätschaften, zu aller­hand Vögeln, Gewild und wun­der­baren Tieren, das wird ihr gefall­en, wir wollen damit hin­fahren und unser Glück ver­suchen.“ Der König hiess alle Gold­schmiede her­bei­holen, die mussten Tag und Nacht arbeit­en, bis endlich die her­rlich­sten Dinge fer­tig waren. Als alles auf ein Schiff geladen war, zog der getreue Johannes Kauf­mannsklei­der an, und der König musste ein Gle­ich­es tun, um sich ganz unken­ntlich zu machen. Dann fuhren sie über das Meer und fuhren so lange, bis sie zu der Stadt kamen, worin die Königstochter vom gold­e­nen Dache wohnte.

Der treue Johannes hiess den König auf dem Schiffe zurück­bleiben und auf ihn warten. Vielle­icht,“ sprach er, bring ich die Königstochter mit, darum sorgt, dass alles in Ord­nung ist, lasst die Goldge­fässe auf­stellen und das ganze Schiff auss­chmück­en.“ Darauf suchte er sich in sein Schürzchen aller­lei von den Gold­sachen zusam­men, stieg ans Land und ging ger­ade nach dem königlichen Schloss. Als er in den Schlosshof kam, stand da beim Brun­nen ein schönes Mäd­chen, das hat­te zwei gold­ene Eimer in der Hand und schöpfte damit. Und als es das blink­ende Wass­er fort­tra­gen wollte und sich umdrehte, sah es den frem­den Mann und fragte, wer er wäre. Da antwortete er: Ich bin ein Kauf­mann,“ und öffnete sein Schürzchen und liess sie hinein­schauen. Da rief sie: Ei, was für schönes Goldzeug!“ set­zte die Eimer nieder und betra­chtete eins nach dem anderen. Da sprach das Mäd­chen: Das muss die Königstochter sehen, die hat so grosse Freude an den Gold­sachen, dass sie Euch alles abkauft.“ Es nahm ihn bei der Hand und führte ihn hin­auf, denn es war die Kam­mer­jungfer. Als die Königstochter die Ware sah, war sie ganz vergnügt und sprach: .,Es ist so schön gear­beit­et, dass ich dir alles abkaufen will.“ Aber der getreue Johannes sprach: Ich bin nur der Diener von einem reichen Kauf­mann. Was ich hier habe, ist nichts gegen das, was mein Herr auf seinem Schiff ste­hen hat, und das ist das Kün­stlich­ste und Köstlich­ste, was je in Gold gear­beit­et wor­den ist.“ Sie wollte alles her­aufge­bracht haben, aber er sprach: Dazu gehören viele Tage, so gross ist die Menge, und so viele Säle, um es aufzustellen, dass Euer Haus nicht Raum dafür hat.“ Da ward ihre Neugierde und Lust immer mehr angeregt, so dass sie endlich sagte: Führe mich hin zu dem Schiff, ich will selb­st hinge­hen und deines Her­rn Schätze betrachten.“

Da führte sie der treue Johannes zu dem Schiffe hin und war ganz freudig, und der König, als er sie erblick­te, sah, dass ihre Schön­heit noch gröss­er war, als das Bild sie dargestellt hat­te, und meinte nicht anders, als das Herz wollte ihm zer­sprin­gen. Nun stieg sie in das Schiff, und der König führte sie hinein; der getreue Johannes aber blieb zurück bei dem Steuer­mann und hiess das Schiff abstossen: Span­nt alle Segel auf, dass es fliegt wie ein Vogel in der Luft.“ Der König aber zeigte ihr drin­nen das gold­ene Geschirr, jedes einzeln, die Schüs­seln, Bech­er, Näpfe, die Vögel, das Gewild und die wun­der­baren Tiere. Viele Stun­den gin­gen herum, während sie alles besah, und in ihrer Freude merk­te sie nicht, dass das Schiff dahin­fuhr Nach­dem sie das let­zte betra­chtet hat­te, dank­te sie dem Kauf­mann und wollte heim, als sie aber an des Schiffes Rand kam sah sie, dass es fern vom Land auf hohem Meere ging und mit vollen Segeln forteilte. Ach,“ rief sie erschrock­en, ich bin bet­ro­gen, ich bin ent­führt und in die Gewalt eines Kauf­mannes ger­at­en; lieber wollt ich ster­ben!“ Der König aber fasste sie bei der Hand und sprach: Ein Kauf­mann bin ich nicht ich bin ein König und nicht geringer an Geburt als du bist. Aber dass ich dich mit List ent­führt habe, das ist aus über­gross­er Liebe geschehen. Das erstemal, als ich dein Bild­nis gese­hen habe, bin ich ohn­mächtig zur Erde gefall­en.“ Als die Königstochter vom gold­e­nen Dache das hörte, ward sie getröstet, und ihr Herz ward ihm geneigt, so dass sie gerne ein­willigte, seine Gemahlin zu werden.

Es trug sich aber zu, während sie auf dem hohen Meere dahin­fuhren, dass der treue Johannes, als er vorn auf dem Schiffe sass und Musik machte, in der Luft drei Raben erblick­te, die daherge­flo­gen kamen. Da hörte er auf zu spie­len und horchte, was sie miteinan­der sprachen, denn er ver­stand das wohl. Der eine rief: Ei, da führt er die Königstochter vom gold­e­nen Dache heim.“ – Ja,“ antwortete der zweite, er hat sie noch nicht.“ Sprach der dritte: Er hat sie doch, sie sitzt bei ihm im Schiffe.“ Da fing der erste wieder an und rief: Was hil­ft ihm das! Wenn sie ans Land kom­men, wird ihm ein fuch­srotes Pferd ent­ge­gen­sprin­gen, da wird er sich auf­schwin­gen wollen, und tut er das, so sprengt es mit ihm fort und in die Luft hinein dass er nim­mer mehr seine Jungfrau wieder­sieht.“ Sprach der zweite: Ist gar keine Ret­tung?“ – O ja, wenn ein ander­er schnell auf­sitzt, das Feuergewehr, das in den Halftern steck­en muss, her­aus­nimmt und das Pferd damit totsch­iesst, so ist der junge König gerettet. Aber wer weiss das! Und wer’s weiss und sagt’s ihm, der wird zu Stein von den Fussze­hen bis zum Knie.“ Da sprach der zweite: Ich weiss noch mehr, wenn das Pferd auch getötet wird, so behält der junge König doch nicht seine Braut. Wenn sie zusam­men ins Schloss kom­men, so liegt dort ein gemacht­es Brauthemd in ein­er Schüs­sel und sieht aus, als wär’s von Gold und Sil­ber gewebt, ist aber nichts als Schwe­fel und Pech. Wenn er’s antut, ver­bren­nt es ihn bis auf Mark und Knochen.“ Sprach der dritte: Ist da gar keine Ret­tung?“ – 0 ja,“ antwortete der zweite, wenn ein­er mit Hand­schuhen das Hemd packt und wirft es ins Feuer, dass es ver­bren­nt, so ist der junge König gerettet. Aber was hilft’s! Wer’s weiss und es ihm sagt, der wird hal­ben Leibes Stein vom Knie bis zum Herzen.“ Da sprach der dritte: Ich weiss noch mehr, wird das Brauthemd auch ver­bran­nt, so hat der junge König seine Braut doch noch nicht. Wenn nach der Hochzeit der Tanz anhebt und die junge Köni­gin tanzt, wird sie plöt­zlich erble­ichen und wie tot hin­fall­en, und hebt sie nicht ein­er auf und zieht aus ihrer recht­en Brust drei Tropfen Blut und speit sie wieder aus, so stirbt sie. Aber ver­rät das ein­er, der es weiss, so wird er ganzen Leibes zu Stein vom Wirbel bis zur Fussze­he.“ Als die Raben das miteinan­der gesprochen hat­ten, flo­gen sie weit­er, und der getreue Johannes hat­te alles wohl ver­standen, aber von der Zeit an war er still und trau­rig. Denn ver­schwieg er seinem Her­rn, was er gehört hat­te, so war dieser unglück­lich; ent­deck­te er es ihm, so musste er selb­st sein Leben hingeben. Endlich aber sprach er bei sich: Meinen Her­rn will ich ret­ten, und sollte ich selb­st darüber zugrunde gehen.“

Als sie nun ans Land kamen, da geschah es, wie der Rabe vorher gesagt hat­te, und es sprengte ein prächtiger fuch­srot­er Gaul daher. Wohlan,“ sprach der König, der soll mich in mein Schloss tra­gen,“ und wollte sich auf­set­zen, doch der treue Johannes kam ihm zuvor, schwang sich schnell darauf, zog das Gewehr aus den Halftern und schoss den Gaul nieder. Da riefen die anderen Diener des Königs, die dem treuen Johannes doch nicht gut waren: Wie schändlich, das schöne Tier zu töten, das den König in sein Schloss tra­gen sollte! “ Aber der König sprach: Schweigt und lasst ihn gehen, es ist mein getreuester Johannes, wer weiss, wozu das gut ist!“ Nun gin­gen sie ins Schloss, und da stand im Saal eine Schüs­sel, und das gemachte Brauthemd lag darin und sah nicht anders aus, als wäre es von Gold und Sil­ber. Der junge König ging darauf zu und wollte es ergreifen, aber der Johannes schob ihn weg, pack­te es mit Hand­schuhen an, trug es schnell ins Feuer und liess es ver­bren­nen. Die anderen Diener fin­gen wieder an zu mur­ren und sagten: Seht, nun ver­bren­nt er gar des Königs Brauthemd.“ Aber der junge König sprach: Wer weiss, wozu es gut ist lasst ihn gehen, es ist mein getreuester Johannes!“ Nun ward die Hochzeit gefeiert. Der Tanz hub an, und die Braut trat auch hinein, da harte der treue Johannes acht und schaute ihr ins Antlitz. Auf ein­mal erble­ichte sie und fiel wie tot zur Erde. Da sprang er eilends hinzu, hob sie auf und trug sie in eine Kam­mer, da legte er sie nieder, kni­ete und sog die drei Blut­stropfen aus ihrer recht­en Brust und speite sie aus. Als bald atmete sie wieder und erholte sich, aber der junge König hat­te es mit ange­se­hen und wusste nicht, warum es der getreue Johannes getan hat­te, ward zornig darüber und rief: Werft ihn ins Gefäng­nis!“ Am anderen Mor­gen ward der getreue Johannes verurteilt und zum Gal­gen geführt und als er oben stand und gerichtet wer­den sollte, sprach er: Jed­er, der ster­ben soll darf vor seinem Ende noch ein­mal reden, soll ich das Recht auch haben?“ – Ja,“ antwortete der König es soll! dir vergön­nt sein.“ Da sprach der treue Johannes: Ich bin mit Unrecht verurteilt und bin dir immer treu gewe­sen, und erzählte, wie er auf dem Meer das Gespräch der Raben gehört und wie er, um seinen Her­rn zu ret­ten, das alles hätte tun müssen. Da rief der König: Oh, mein treuester Johannes Gnade! Gnade! Führt ihn herunter!‘ Aber der treue Johannes war bei dem let­zten Wort das er gere­det hat­te, leb­los her­ab­fall­en und war ein Stein.

Darüber tru­gen nun der König gross­es Leid, und der König sprach: Ach, was hab ich grosse Treue so übel belohnt!“ und liess das stein­erne Bild aufheben und in seine Schlafkam­mer neben sein Bett stellen. Sooft er es ansah, weinte er und sprach: Ach, kön­nt‘ ich dich wieder lebendig machen, mein getreuester Johannes!“ Es ging eine Zeit herum, da gebar die Köni­gin Zwill­inge, zwei Söhn­lein, die wuch­sen her­an und waren ihre Freude. Ein­mal, als die Köni­gin in der Kirche war und die zwei Kinder bei dem Vater sassen und spiel­ten, sah dieser wieder das stein­erne Bild­nis voll Trauer an, seufzte und rief: Ach, kön­nt‘ ich dich wieder lebendig machen, mein getreuester Johannes!“ Da fing der Stein an zu reden und sprach: Ja, du kannst mich wider lebendig machen, wenn du dein Lieb­stes daran wen­den willst‘ Da rief der König: Alles, was ich auf der Welt habe, will ich für dich hingeben!“ Sprach der Stein weit­er: Wenn du mit dein­er eige­nen Hand deinen bei­den Kindern den Kopf abhaust und mich mit ihrem Blute bestre­ichst, so erhalte ich das Leben wieder.“ Der König erschrak, als er hörte, dass er seine lieb­sten Kinder selb­st töten sollte, doch dachte er an die grosse Treue und dass der getreue Johannes für ihn gestor­ben war, zog sein Schw­ert und hieb mit eign­er Hand den Kindern den Kopf ab. Und als er mit ihrem Blute den Stein bestrichen hat­te, so kehrte das Leben zurück, und der getreue Johannes stand wieder frisch und gesund vor ihm. Er sprach zum König: Deine Treue soll nicht unbe­lohnt bleiben,“ und nahm die Häupter der Kinder, set­zte sie auf und bestrich die Wunde mit ihrem Blut, davon wur­den sie im Augen­blick wieder heil, sprangen herum und spiel­ten fort, als war ihnen nichts geschehen. Nun war der König voll Freude, und als er die Köni­gin kom­men sah, ver­steck­te er den getreuen Johannes und die bei­den Kinder in einen grossen Schrank. Wie sie here­in­trat, sprach er zu ihr: Hast du gebetet in der Kirche?“ – Ja,“ antwortete sie, aber ich habe beständig an den getreuen Johannes gedacht, dass er so unglück­lich durch uns gewor­den ist.“ Da sprach er: Liebe Frau, wir kön­nen ihm das Leben wiedergeben. aber es kostet uns unsere bei­den Söhn­lein, die müssen wir opfern.“ Die Köni­gin ward ble­ich und erschrak im Herzen, doch sprach sie: Wir sind’s ihm schuldig wegen sein­er grossen Treue.“ Da freute er sich, dass sie dachte, wie er gedacht hat­te, ging hin und schloss den Schrank auf, holte die Kinder und den treuen Johannes her­aus und sprach: Gott sei gelobt, er ist erlöst, und unsere Söhn­lein haben wir auch wieder!“ und erzählte ihr, wie sich alles zuge­tra­gen hat­te. Da lebten sie zusam­men in Glück­seligkeit bis an ihr Ende.