Der Prinz im Bärenfell

von Johann Wilhelm Wolf

~5 Min

Es war ein­mal ein König, der hat­te einen Sohn. Dieser Sohn war sehr gut ausse­hend, klug und wusste, wie man mit Waf­fen umge­ht. Deshalb schick­te sein Vater ihn in den Krieg, den er mit einem anderen Kön­i­gre­ich führte.
Der Prinz aber wurde von befein­de­ten Land ent­führt und in ein dun­kles Ver­ließ geschlossen.
Eines Nachts wurde der Prinz von ein­er merk­würdi­gen Stimme geweckt. Es war der Teufel, der ihm einen Pakt anbot um aus seinem Gefäng­nis zu entkom­men. Der Pakt lautete: Der Prinz müsse drei Jahre in einem grässlichen Bären­fell herumwan­dern und inner­halb dieser drei Jahre ein Mäd­chen find­en, dass sich in ihn ver­liebt. Der Prinz dachte sich: Ich bin ein reich­er Prinz und es gibt viele Frauen, die mich lieben!“ So willigte er ein. Als Zeichen für den Pakt, gab der Teufel dem Prinzen einen gold­e­nen Ring.

Als der Teufel ver­schwun­den war schlief der Prinz ein und erwachte am näch­sten Mor­gen im Wald. Er war froh frei zu sein und machte sich auf zu seinem Schloss. Doch der König erkan­nte seinen Sohn nicht, denn der Prinz war von Kopf bis Fuß voller brauner Haare. Also ließ er das Biest aus seinem Kön­i­gre­ich ver­ban­nen.
Der Prinz ver­zog sich gedrückt zurück in den Wald, wo er sich in ein­er kleinen Höh­le den ganzen Som­mer lang ver­steck­te. Als der Win­ter kam wurde es sehr kalt in der Höh­le und der Prinz wollte Unter­schlupf in einem Haus eines gnädi­gen Stadt­be­wohn­ers suchen. Erkäl­tet klopfte er an die Türen einiger Häuser, doch als sie den Prinzen sahen stoßen sie panisch die Türen zu. Er set­zte sich auf den ver­schneit­en Boden und weinte bit­ter­lich. Da kam ein junges Mäd­chen vor­bei und verkan­nte sofort, was sich für eine gute Seele und dem hässlichen Äußeren ver­barg. Sie nahm ihn mit zu sich nach Hause und pflegte ihn gesund. Nach einiger Zeit sagte der Prinz im Bären­fell zu der jun­gen Frau:“ Ich danke dir für alles! Aber nun muss ich weit­er ziehen. Ich werde aber wieder kom­men! Das ver­spreche ich!“ Er nahm den gold­e­nen Ring des Teufels und zer­brach ihn in zwei Teile, dessen eine Hälfte er dem Mäd­chen gab.
Als er das Haus ger­ade ver­lassen hat­te, fiel sein Bären­fell ab und er war frei. Die junge Frau die ihn gepflegt hat­te war in ihn ver­liebt.
Der Prinz ran­nte nach Hause zu seinem Vater, zog sich sein schön­stes Gewand an und fuhr mit sein­er Kutsche zurück zu sein­er Geliebten. Doch sie erkan­nte ihn nicht. Da hielt er ihr er ihr die eine Hälfte des Ringes vor und nahm das Mäd­chen mit auf sein Schloss, wo sie heirateten und bis an ihr Ende glück­lich zusam­men lebten.