Der Nagel

von Brüder Grimm

~3 Min

Ein Kauf­mann hat­te auf der Messe gute Geschäfte gemacht, alle Waren verkauft und seine Geld­katze mit Gold und Sil­ber gespickt. Er wollte jet­zt heim­reisen und vor Ein­bruch der Nacht zu Haus sein. Er pack­te also den Man­tel­sack mit dem Geld auf sein Pferd und ritt fort. Zu Mit­tag rastete er in ein­er Stadt; als er weit­er wollte, führte ihm der Hausknecht das ross vor, sprach aber:

Herr, am linken Hin­ter­fuss fehlt im Hufeisen ein Nagel.“

Lass ihn fehlen,“ erwiderte der Kauf­mann, die sechs Stun­den, die ich noch zu machen habe, wird das Eisen wohl fes­thal­ten. Ich habe Eile.“

Nach­mit­tags, als er wieder abgestiegen war und dem Ross Brot geben liess, kam der Knecht in die Stube und sagte:

Herr, Euerm Pferd fehlt am linken Hin­ter­fuss ein Hufeisen. Soll ich’s zum Schmied führen?“

Lass es fehlen,“ erwiderte der Herr, die paar Stun­den, die noch übrig sind, wird das Pferd wohl aushal­ten. Ich habe Eile.“

Er ritt fort, aber nicht lange, so fing das Pferd zu hinken an. Es hink­te nicht lange, so fing es an zu stolpern, und es stolperte nicht lange, so fiel es nieder und brach ein Bein. Der Kauf­mann musste das Pferd liegen lassen, den Man­tel­sack abschnallen, auf die Schul­ter nehmen und zu Fuss nach Haus gehen, wo er erst spät in der Nacht erlangte.

An allem Unglück,“ sprach er zu sich selb­st, ist der ver­wün­schte Nagel schuld.“ Eile mit Weile.