Der Fuchs und die Katze

von Brüder Grimm

~3 Min

Es trug sich zu, dass die Katze in einem Walde dem Her­rn Fuchs begeg­nete, und weil sie dachte er ist gescheit und wohl erfahren, und gilt viel in der Welt,‘ so sprach sie ihm fre­undlich zu. Guten Tag, lieber Herr Fuchs, wie gehts? wie ste­hts? wie schlagt Ihr Euch durch in dieser teuren Zeit?‘ Der Fuchs, alles Hochmutes voll, betra­chtete die Katze von Kopf bis zu Füssen und wusste lange nicht, ob er eine Antwort geben sollte. Endlich sprach er o du arm­seliger Bart­putzer, du buntscheck­iger Narr, du Hunger­lei­der und Mäuse­jäger, was kommt dir in den Sinn? du unter­stehst dich zu fra­gen, wie mirs gehe? was hast du gel­ernt? wieviel Kün­ste ver­stehst du?‘ Ich ver­ste­he nur eine einzige,‘ antwortete beschei­dentlich die Katze. Was ist das für eine Kun­st?‘ fragte der Fuchs. Wenn die Hunde hin­ter mir her sind‘ so kann ich auf einen Baum sprin­gen und mich ret­ten.‘ Ist das alles?‘ sagte der Fuchs‘ ich bin Herr über hun­dert Kün­ste und habe überdies noch einen Sack voll Liste. Du jam­merst mich, komm mit mir, ich will dich lehren, wie man den Hun­den ent­ge­ht.‘ Indem kam ein Jäger mit vier Hun­den daher. Die Katze sprang behend auf einen Baum und set­zte sich in den Gipfel, wo Äste und Laub­w­erk sie völ­lig ver­bar­gen. Bindet den Sack auf, Herr Fuchs, bindet den Sack auf,‘ rief ihm die Katze zu, aber die Hunde hat­ten ihn schon gepackt und hiel­ten ihn fest. Ei, Herr Fuchs,‘ rief die Katze, Ihr bleibt mit Euren hun­dert Kün­sten steck­en. Hät­tet Ihr her­aufkriechen kön­nen wie ich‘ so wärs nicht um Euer Leben geschehen.‘