Der Fuchs und die Gänse

von Brüder Grimm

~3 Min

Der Fuchs kam ein­mal auf eine Wiese, wo eine Herde schön­er fet­ter Gänse sass, da lachte er und sprach ich komme ja wie gerufen, ihr sitzt hüb­sch beisam­men, so kann ich eine nach der andern auf­fressen.‘ Die Gänse gack­erten vor Schreck­en, sprangen auf, fin­gen an zu jam­mern und kläglich um ihr Leben zu bit­ten. Der Fuchs aber wollte auf nichts hören und sprach da ist keine Gnade, ihr müsst ster­ben.‘ Endlich nahm sich eine das Herz und sagte sollen wir armen Gänse doch ein­mal unser jung frisch Leben lassen, so erzeige uns die einzige Gnade und erlaub uns noch ein Gebet, damit wir nicht in unsern Sün­den ster­ben: her­nach wollen wir uns auch in eine Rei­he stellen, damit du dir immer die fetteste aus­suchen kannst.‘ Ja,‘ sagte der Fuchs‘ das ist bil­lig, und ist eine fromme Bitte: betet, ich will so lange warten.‘ Also fing die erste ein recht langes Gebet an, immer ga! ga!‘ und weil sie gar nicht aufhören wollte, wartete die zweite nicht, bis die Rei­he an sie kam, son­dern fing auch an ga! ga!‘ Die dritte und vierte fol­gte ihr, und bald gack­erten sie alle zusammen.

(Und wenn sie aus­ge­betet haben, soll das Märchen weit­er­erzählt wer­den, sie beten aber alleweile noch immer fort.)