Der alte Grossvater und der Enkel

von Brüder Grimm

~3 Min

Es war ein­mal ein steinal­ter Mann, dem waren die Augen trüb gewor­den, die Ohren taub, und die Knie zit­terten ihm. Wenn er nun bei Tis­che sass und den Löf­fel kaum hal­ten kon­nte, schüt­tete er Suppe auf das Tis­chtuch, und es floss ihm auch etwas wieder aus dem Mund. Sein Sohn und dessen Frau ekel­ten sich davor, und deswe­gen musste sich der alte Gross­vater endlich hin­ter den Ofen in die Ecke set­zen, und sie gaben ihm sein Essen in ein ird­enes Schüs­selchen und noch dazu nicht ein­mal satt; da sah er betrübt nach dem Tisch und die Augen wur­den ihm nass. 

Ein­mal auch kon­nten seine zit­tri­gen Hände das Schüs­selchen nicht fes­thal­ten, es fiel zur Erde und zer­brach. Die junge Frau schalt, er sagte nichts und seufzte nur. Da kaufte sie ihm ein hölz­ernes Schüs­selchen für ein paar Heller, daraus musste er nun essen. Wie sie da so sitzen, so trägt der kleine Enkel von vier Jahren auf der Erde kleine Bret­tlein zusam­men. Was machst du da?“ fragte der Vater. Ich mache ein Trö­glein,“ antwortete das Kind, daraus sollen Vater und Mut­ter essen, wenn ich gross bin.“ Da sahen sich Mann und Frau eine Weile an Fin­gen endlich an zu weinen, holten also­fort den alten Gross­vater an den Tisch und liessen ihn von nun an immer mitessen, sagten auch nichts, wenn er ein wenig verschüttete.