Aschenpüster mit der Wünschelgerte

von Ludwig Bechstein

~13 Min

Es war ein­mal ein reich­er Mann, der hat­te eine einzige schöne Tochter, welche er über alle Maßen liebte. Seine Frau war gestor­ben. Die Tochter war außeror­dentlich schön, und was sie nur immer wün­schte, das gab ihr der Vater, weil er kein größeres Glück kan­nte, als sein Mägdlein zu erfreuen, vielle­icht auch, weil sie ein Wün­schel­fräulein war, dem jed­er Wun­sch ausging.

»Schenke mir ein Kleid, Vater, das von Sil­ber ste­ht, ich will dir auch einen Kuß dafür geben!« sprach eines Tages die Tochter zum Vater, und sie empf­ing bald das Kleid, und der Vater empf­ing seinen Kuß.

»Schenke mir ein Kleid, lieber Vater, das vom Golde ste­ht!« sprach die Tochter bald darauf, »und ich will dir zwei Küsse geben.« Auch diesen Tauschhan­del ging der Vater ein. »Schenke mir ein Kleid, das von Dia­man­ten ste­ht, lieb­ster Vater, und ich will dir drei Küsse geben!« bat wiederum die Tochter, und der Vater sagte ihr: »Du sollst es haben, aber du machst mich arm.«

Der Vater schaffte das Kleid, und die Tochter fiel ihm dank­end um den Hals, küßte ihn dreimal und rief: »Nun, herz­gold­en­er, herza­ller­lieb­ster Vater, schenke mir eine Glück­srute und Wün­schel­gerte, so will ich stets dein Gold­kind sein und alles tun, was ich dir an den Augen abse­hen kann!«

»Mein Kind«, sprach der Vater, »eine solche Gerte habe ich nicht, auch wird sie schw­er zu bekom­men sein, doch will ich mein Glück ver­suchen, dich ganz glück­lich zu machen.«

Da ver­reisete der Vater und nahm sein let­ztes Ver­mö­gen mit und forschte nach ein­er Wün­schel­gerte, aber kein Kauf­mann hat­te der­gle­ichen feil. So kam der Mann weit in ein fernes Land, da fand er einen alten Zauber­er und hörte, daß dieser eine Wün­schel­gerte besitze. Diesen Zauber­er suchte der nur zu gute Vater auf, trug ihm sein Anliegen vor und fragte, was die Gerte kosten solle.

Der alte Zauber­er sprach: »Wenn die Men­schen Wün­schel­gerten mit Gelde kaufen kön­nten, so würde es auf Erden bald keinen Wald mehr geben, und wenn auch jedes Bäumelein und jedes Zweigelein eine solche Rute wäre. Der eine solche Gerte empfängt, opfert seine Seele und stirbt drei Tage nach­her, wenn er sie aus der Hand gegeben, es wäre denn, er gäbe sie jemand, der auch seine Seele dafür zu opfern gelobt und bere­it ist. Dann geht die Seele des Besitzers frei aus.«

»Gut«, sprach der Vater jen­er Tochter. »Meinem Kinde zuliebe scheue ich das ver­langte Opfer nicht. Gib mir die Gerte!« Der alte Zauber­er ließ den Mann seinen Namen in ein Buch schreiben und erfüllte sein Ver­lan­gen. Die weite Reise nach der Gerte zehrte den let­zten Rest des Ver­mö­gens des reichen Mannes auf, der alles an die Tochter gewen­det, aber es war ihm ein­er­lei. Sie nur durch Erfül­lung aller ihrer Wün­sche glück­lich zu sehen, war sein einziger Wun­sch und Gedanke. Es ist gut, dachte er, wenn ich sterbe, denn sie würde doch noch mehr wün­schen, und wenn ich ihr nun keinen Wun­sch mehr erfüllen kön­nte, würde ich selb­st sehr unglück­lich sein.

Mit größter Freude empf­ing die Tochter aus ihres Vaters Hand, den sie mit Sehn­sucht zurück­er­wartete, die Wün­schel­gerte und wußte nicht, wie sie ihm danken sollte.

Aber nach drei Tagen hat­te die Tochter einen neuen Wun­sch. Sie hat­te von einem über­aus schö­nen Prinzen gehört, der in einem fer­nen Lande wohne, sehr reich und aller Liebe würdig sei. Den wollte sie gern zum Gemahl haben.

Der Vater aber sprach: »Meine geliebte Tochter, ich gab dir alles, was ich besitze, und für deine Wün­schel­gerte gab ich Leib und Leben, ja meine Seele dahin. Ich schei­de von dir; schaffe du dir den Prinzen selb­st, den du dir wün­schest, lebe glück­lich und denke mein in Liebe.« Mit diesen Worten neigte der Vater sein Haupt und ver­schied. Seine Tochter beweinte ihn aufrichtig und schmer­zlich und sprach: einen bessere Vater hat es nie gegeben! Und darin hat­te sie sehr recht.

Als nun der Vater dieser Tochter zur Erde bestat­tet war, blieben ihr nicht Ver­wandte, nicht Geld und Gut. Da tat sie ein All­t­agskleid an, das war ein Krähen­pelz, nahm ihr Sil­berkleid, ihr Gold­kleid und ihr Dia­man­tk­leid und hing alle drei über ihre Schul­ter, dann nahm sie die Wün­schel­gerte in die Hand, schwang sie und wün­schte sich in die Nähe des Schloss­es, darin der gerühmte Prinz wohnte. Da war es, als ob ein Wind sie san­ft erhebe, und sie schwebte, von der Luft getra­gen, eilend zur Ferne und war bald in einem Park­walde, in dessen Nähe sie das Prinzen­schloß durch die dick­en Eich­baum­stämme schim­mern sah. Sie schlug mit der Gerte an die dick­ste dieser Eichen und wün­schte, daß da drin­nen ein Schrein wäre, in dem sie ihre Klei­der aufhän­gen könne, und ein Stübchen, sich darin umzuk­lei­den, und das geschah auch gle­ich alles. Sie ver­stellte nun ihre Gestalt in die eines Knaben und trat, mit dem Krähen­pelze ange­tan, in das Prinzen­schloß. Der Geruch fein­er Speisen führte sie der Küche zu; dort bot sie dem Koch ihre Dien­ste an, als ein eltern- und heimat­los­er Knabe.

»Wohlan«, sprach der Koch, »du sollst mein Aschen­püster wer­den, sollst früh die Feuer anschüren und am Tage unter­hal­ten und sor­gen, daß keine Asche umher­falle, dafür sollst du dich alle Tage satt essen. Mußt aber auch des gnädig­sten Her­rn Prinzen Röcke aus­bürsten und seine Stiefel putzen und glänzend machen.« Das Mäd­chen wartete als Knabe ihres Amtes und sahe nach eini­gen Tagen den Prinzen, der von der Jagd kam, den Küchen­gang ent­langschritt und einen Vogel, den er geschossen, in die Küche warf, damit der­selbe gebrat­en werde. Der Prinz war so schön und her­rlich von Gestalt und Anse­hen, daß Aschen­püster als­bald eine heftige Liebe zu ihm fühlte. Gar zu gerne wäre sie ihm genaht, doch wollte sich das nicht schick­en. Da hörte sie, drüben auf einem Nach­barschlosse werde eine fürstliche Hochzeit gehal­ten, die dau­re drei Tage lang, und da sei der Prinz der vornehm­ste Gast und fahre täglich hinüber zum Tanze. Alles Volk und wer vom Schloß­gesinde nur immer kon­nte, lief hinüber, die Pracht der Fes­tlichkeit­en mit anzuse­hen. Da bat Aschen­püster den Koch, ihr doch auch zu erlauben, hinüberzuge­hen und dem Tanze zuzuse­hen, denn die Küche sei in Ord­nung, jedes Feuer gelöscht, jedes Fün­klein tot und die Asche wohl ver­wahrt. Der Koch erlaubte seinem Diener, sich das erbetene Vergnü­gen zu gewähren. Aschen­püster eilte nach ihrer Eiche, klei­dete sich in das sil­berne Kleid und ver­wan­delte ihre Knabengestalt in die eigene, dann schlug sie an einen Stein mit ihrer Wün­schel­gerte, da wurde ein Galawa­gen daraus, und rührte an ein Paar Roßkäfer, daraus wur­den stat­tliche pech­schwarze Rosse, und ein Gras­frosch wurde zum Kutsch­er und ein grün­er Laubfrosch zum Livree­jäger. In den Wagen set­zte sich Aschen­püster, und hei­di, ging es fort, als flö­gen wir davon. In den Tanzsaal trat die stat­tliche Jungfrau, und von ihrer Schön­heit war alles geblendet. Der Prinz gewann sie gle­ich lieb und zog sie zum Tanze; sie tanzte entzück­end, und war sehr glück­lich, aber nach eini­gen Reigen schwand sie aus dem Saale, bestieg ihren draußen har­ren­den Wagen, schwang die Gerte und rief:

»Hin­ter mir dunkel, und vor mir klar, Daß nie­mand sehe, wohin ich fahr!«

Es sah es auch nie­mand, wohin sie fuhr, aber der Prinz war über das schnelle Ver­schwinden sein­er schö­nen Tänz­erin sehr unruhig, und da auf alle seine Fra­gen, wer sie gewe­sen und woher sie sei, nie­mand Auskun­ft geben kon­nte, so ver­brachte er die Nacht in großer Unruhe, die sich am Mor­gen in einen schreck­lichen Miß­mut und in die üble Stim­mung ver­wan­delte, von der selb­st Prinzen bisweilen befall­en wer­den können.

Der Koch brachte des Prinzen Stiefel in die Küche und klagte über dessen Mißlaune, indem er die Stiefel Aschen­püster zum Putzen und Wich­sen über­gab. Sie über­nahm diese Arbeit und wich­ste die Stiefel so schön, daß der Kater sich mit Wohlge­fall­en darin spiegelte und seinem Ich im Spiegel einen Kuß gab; davon ver­schwand an der Stelle, wo der Kater sich geküßt, der Glanz.

Als Aschen­püster nun in ihrer Knabengestalt und im Krähen­pelze in des Prinzen Zim­mer trat und die Stiefel hine­in­stellte, sah der Prinz gle­ich den mat­ten Fleck, nahm den Stiefel, warf ihn ihr an den Kopf und schrie: »Du Ben­gel von Aschen­püster! Wirst du wohl bess­er Stiefel putzen lernen?!«

Aschen­püster hob den Stiefel auf und machte ihn wieder durch­weg glänzend und schwieg.

Abends fuhr der Prinz aber­mals zum Tanze, und Aschen­püster erbat noch ein­mal Urlaub. Da Aschen­püster am vorigen Abende bald wiedergekom­men und nicht über die Zeit aus­ge­blieben war, wie manch­es Dien­st­gesinde gerne tut, so gewährte der Koch wiederum die Bitte – und nun ging Aschen­püster zu ihrem Schrein und Käm­mer­lein in der Eiche und tat das gold­ene Kleid an, schuf sich mit der Wün­schel­gerte einen neuen Wagen, neue Rosse, neue Bedi­enung und fuhr zum Schlosse hinüber. Dort war bere­its der Prinz aber ver­stimmt. Alles fehlte, weil sie fehlte. Da trat sie ein, strahlend wie eine Köni­gin. Er eilte auf sie zu und führte sie zum Tanze – O wie glück­lich machte ihn ihr holdes Lächeln, ihr sin­niges Gespräch, ihre heit­ere schelmis­che Neck­lust! Viel hat­te er heute zu fra­gen, unter anderem, wo sie her sei. Lachend antwortete Aschen­püster, »Aus Stiefelschmeiß!«

Eine kurze Stunde weilte Aschen­püster beim Tanze – mit einem Male war sie aus dem Saale ver­schwun­den, rasch saß sie wieder in ihrem Wagen und sprach ihr Zauberwort:

»Hin­ter mir dunkel, und vor mir klar, Daß nie­mand sehe, wohin ich fahr!«

Des Prinzen Blick suchte vergebens die geliebte Gestalt. Nach ihr fra­gend, wandte er sich an diesen und jenen der Hochzeit­gäste, nie­mand kan­nte sie. Er fragte seinen Geheimen Rat, der mit ihm als sein Begleit­er gekom­men war: »Sagen Sie mir doch, mein lieber Geheimer­at, wo liegt der Ort oder das Schloß Stiefelschmeiß?«

Der Geheimer­at machte eine tiefe Ver­beu­gung und antwortete: »Durch­lauchtig­ster Prinz! Höch­st­diesel­ben geruhen? Stiefelschmeiß – o ja, das liegt – das liegt – in – in – fatal, nun fällt es mir im Augen­blicke nicht ein, wo es liegt. Sollte es wirk­lich ein Ort oder ein Schloß dieses selt­samen Namens geben? Wo sollte sel­biges liegen, Eure Durchlaucht?«

Der Prinz drehte dem Sprech­er den Rück­en zu und murmelte ärg­er­lich durch die Zähne: »Ich lasse diesem Geheimer­at jährlich dre­itausend Taler Gehalt auszahlen, und nun weiß er nicht ein­mal, wo Stiefelschmeiß liegt! Es ist schauderhaft!«

Daraus erk­lärte sich von selb­st, daß, als die Mor­gen­röte des näch­sten Tages rosig emporstieg, die Laune des Prinzen den­noch keine rosen­far­bene war. Er hat­te keine Ruhe, wollte früh schon aus­ge­hen, zog seinen Rock an, den Aschen­püster rein gebürstet hat­te, ent­deck­te darauf einige Stäubchen, rief nach ein­er Bürste und stampfte mit dem Fuße. Eilend lief Aschen­püster im Krähen­pelze mit der Bürste her­bei, der Prinz war aber so schreck­lich böse, daß er ihr die Bürste aus der Hand riß, sie ihr an den Kopf warf und ihr zuschrie, sie solle ein anderes­mal gle­ich bess­er bürsten.

Am let­zten Abende des nach­bar­lichen Hochzeit­festes lief wieder alles hinüber zum Schlosse, und auch der Prinz fuhr wieder hin. Da bat Aschen­püster zum drit­ten­mal um Erlaub­nis, auch zuse­hen zu dür­fen, darüber schüt­telte der Koch sehr den Kopf, daß der Junge so neugierig sei, doch dachte er: Jugend hat nicht Tugend, und sagte: »Es ist heute das let­ztemal, laufe hin!«

Aschen­püster lief geschwinde in den Park in die Eiche, zog das Dia­man­tk­leid an, zauberte sich wieder Rosse und Wagen, Kutsch­er und Lakaien und erschien wie ein lebendi­ger Schön­heitsstrahl beim Feste. Der Prinz tanzte vor allem mit ihr und nur mit ihr und fragte sie zärtlich, wie sie denn heiße. Aschen­püster lächelte schelmisch und antwortete: »Cinerosa Bürstankopf.«

Den Vor­na­men, der auf Rosa aus­ging, fand der Prinz, zumal er kein Latein ver­stand, sehr schön, den Zuna­men befremdlich – er hat­te diese gewiß reiche und ange­se­hene Fam­i­lie noch nie nen­nen hören, doch sprach er, von Liebe bezwun­gen, indem er ihr seinen Ring an einen Fin­ger schob: »Wer du auch sein magst, schön­ste Cinerosa! Mit diesem Ringe ver­lobe ich mich dir!« Mit hoher Scham­röte auf den Wan­gen blick­te Aschen­püster zur Erde und zit­terte. Gle­ich darauf ent­fer­nte sie sich, als der Prinz nur einen Augen­blick seine Augen ander­swohin wandte. Schnell saß sie im Wagen, aber der Prinz hat­te soeben Befehl gegeben, den seinen dicht hin­ter dem ihren aufz­u­fahren, damit er ihr fol­gen könne. Aschen­püster schwang ihre Wün­schel­gerte und sprach:

»Hin­ter mir dunkel, und vor mir klar, Daß nie­mand sehe, wohin ich fahr!«

Und da rollte sie hin – rasch saß jet­zt auch der Prinz in seinem Wagen und rollte ihr nach, aber da war ihr Wagen nicht mehr zu sehen, gle­ich­wohl hörte man dessen Räder rollen, und so fol­gte der Wagen­lenker des Prinzen diesem Schall. Der Tanz hat­te dieses­mal am läng­sten gedauert, schon zog der frühe Mor­gen däm­mernd her­an; die Stunde war bere­its da, in der die Küchenar­beit begann, Aschen­püster zauberte schnell ihren Wagen und ihre Bedi­enung fort und hat­te nicht Zeit, sich erst umzuk­lei­den, sie ver­barg daher eiligst ihr Dia­man­tk­leid unter dem Krähen­pelze und eilte in die Küche. Der Prinz aber, welch­er dem Wagen des her­rlichen Mäd­chens nachge­fahren war, sah sich mit Ver­wun­derung dicht vor seinem eige­nen Schlosse und wußte nicht, wie ihm geschah, war daher wieder sehr miß­mutig und dazu sehr unmustern und übernächtig.

»Unser Prinz ist gar nicht wohl auf!« sagte zu Aschen­püster der Koch. »Er muß ein Kraft­süp­plein haben oder eine Schoko­lade – zünde rasch Feuer an.« Der Mor­gen­im­biß wurde schnell bere­it­et, Aschen­püster warf des Prinzen Ring hinein, der Koch trug die Tasse auf. Der Prinz trank und fand am Boden mit Erstaunen seinen Ring und fragte hastig: »Wer war so früh schon in der Küche?«

»Euer Durch­laucht, nie­mand als ich und der Aschen­püster«, antwortete der Koch.

»Schicke mir diesen Burschen gle­ich ein­mal here­in!« gebot der Prinz, und als Aschen­püster kam, sah ihn der Prinz ganz scharf an, aber der Krähen­pelz ver­hallte alle Schönheit.

»Komme her, tritt näher, Aschen­püster!« gebot der Prinz. »Komm, kämme mich, mein Friseur liegt noch in den Fed­ern!« Aschen­püster gehorchte; sie trat ganz nahe an den Prinzen her­an und strählte ihm mit elfen­bein­ernem Kamme das volle weiche Haar. Der Prinz befühlte den Krähen­pelz; der­selbe war an eini­gen Stellen abge­tra­gen, daher etwas mürb und faden­scheinig, und durch die abgesch­abten Fäden blitzte es so funkelk­lar wie Mor­gen­tau, das war der Dia­mant­glanz des Pracht­ge­wan­des, das Aschen­püster noch unter ihrem Krähen­pelze trug.

»Jet­zt kenne ich dich, o Liebe!« rief voll unaussprech­lich­er Freude der Prinz. »Jet­zt bist du mein, jet­zt bin ich dein! Auf ewig!« Und schloß die Braut in die Arme und küßte sie.

Kurz vor der Hochzeit bat die schöne Braut sich von ihrem geliebten Bräutigam noch eine Gnade aus. Der gute Koch, der Aschen­püster so wohlwol­lend aufgenom­men und so fre­undlich und gütig behan­delt hat­te, empf­ing von dem Prinzen den Rit­ter­schlag und wurde zum Erb­truch­seß erhoben. Das war ihm recht, da brauchte er das Essen nicht mehr zu kochen, wie son­st, son­dern kon­nte es an der fürstlichen Tafel in aller Ruhe selb­st mit verzehren helfen, und als die Hochzeit prachtvoll gefeiert wurde, da trug er im vollen Glanze sein­er neuen Würde, geschmeckt mit Stern und Orden, dem prin­zlichen Paare mit eigen­er Hand die Speisen auf.